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Ursprünglich beging jede Kirchgemeinde ihre eigene Kirchweihmesse, später Kirmes genannt, die neben dem feierlichen Gottesdienst auch stets mit weltlichen Lustbarkeiten verbunden war.So konnte man von Ostern bis in den Herbst in
Mühlhausen mindestens zehn Kirmesfeste besuchen. Allerdings war damit auch eine ständige Unterbrechung des Arbeitslebens mit nachteiligen Auswirkungen auf die Produktionsabläufe verbunden.
Der Magistrat verfügte daher am
24. Februar 1877 mit Zustimmung der Gemeindekirchenräte und der Stadtverordnetenversammlung, dass alle Kirchweihenfeiern auf den zweiten Sonntag im September zu verlegen sind. So gab es in der Woche vom 9. bis 11. September zum
ersten Mal eine gemeinsame Stadtkirmes. An drei Tagen, Sonntag, Montag und Dienstag, konnte nun in den einzelnen Kirchgemeinden fröhlich gefeiert werden. Ausfall gab es allerdings auch mal zu verschmerzen, so 1882 weil die
Pest in Preußen ausgebrochen war. In den Kriegsjahren 1915 und 1916 sowie zwischen 1939 und 1945 fand kein Kirmesumzug statt. Trotzdem feierten die Mühlhäuser in ihren Kirmesgemeinden. Im Jahre 1938 wurde die Kirmes aus
politischen Gründen auf den letzen Sonntag im August verlegt, da Anfang September der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg abgehalten wurde. Diese Verlegung gab es auch von 1948 bis 1952, da der zweite September zum “Gedenktag
für die Opfer des Faschismus” bestimmt wurde.
Auf den ersten Sonntag im September wurde die Kirmes 1953 bis 1969 gelegt. Seit 1958 schließlich existiert die Kirmeswoche, so dass die Zelte bis zur “kleinen Kirmes” genutzt
werden konnten. Verlagert auf den letzten Augustsonntag wurde die Kirmes erstmals 1970, da man sich von diesem Urlaubmonat viele auswärtige Kirmesgäste versprach. Dieser Termin wurde bis heute beibehalten. Eine Verlegung auf
den vorletzten Sonntag gibt es nur dann, wenn der letzte Sonntag der 30. oder der 31. August ist.
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